Deutscher Gewerkschaftsbund

14.06.2018
#schlaglicht 02/2018

Reformationstag muss 2018 als Feiertag kommen!

Seit fast zwei Jahren diskutiert ganz Niedersachsen über die Einführung eines neuen arbeitsfreien Tages für alle. Kein Wunder: Mit nur neun gesetzlichen Feiertagen ist das Bundesland Schlusslicht, die Beschäftigten eindeutig im Nachteil gegenüber denen anderer Bundesländer. Im #schlaglicht 02/2018 lesen Sie, warum damit noch in diesem Jahr Schluss sein muss.

Sparschwein mit Sonnenbrille am Strand

DGB/olegdudko/123Rf.com

Der Niedersächsische Landtag entscheidet am 19. Juni über die dauerhafte Einführung des Reformationstages als arbeitsfreien Feiertag. Das ist dringend notwendig. Denn warum niedersächsische Beschäftigte gegenüber denen anderer Bundesländer benachteiligt sind, ist nicht nachvollziehbar. Mit neun gesetzlichen Feiertagen gehört Niedersachsen zu den bundesweiten Schlusslichtern. Die meisten Länder haben zehn oder elf gesetzliche Feiertage, mit zwölf bzw. dreizehn stehen Baden-Württemberg und Bayern an der Spitze.

Profilierung auf Kosten der Beschäftigten
Die Bundesländer Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein haben bereits festgelegt, dass der Reformationstag 2018 zum Feiertag wird. In Niedersachsen ist das allerdings noch nicht sicher. Anders als bei den norddeutschen Nachbarn versuchen sich einzelne Abgeordnete mit Gegenvorschlägen zu profilieren. Ein solches Verhalten geht auf Kosten der Beschäftigten und ihrer Familien. Billigend wird in Kauf genommen, dass sich der zusätzliche Feiertag auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschiebt.

Gesamtgesellschaftliche Pause vom Arbeitsalltag als Chance für alle
Fakt ist: Ein zusätzlicher freier Tag für alle verbessert die Vereinbarkeit von Arbeit, Familie und privaten Interessen. Für viele Berufstätige wird es immer schwieriger, alle Verpflichtungen unter einen Hut zu bringen. Dies zeigen die Befunde der bundesweiten Repräsentativerhebung „DGB-Index Gute Arbeit 2017“: Arbeitsbedingte Erschöpfung hindert 41 Prozent der Beschäftigten häufig daran, sich um private Angelegenheiten zu kümmern. Ein Feiertag als „gesamtgesellschaftliche Pause vom Arbeitsalltag“ würde ihnen zusätzliche Freiräume verschaffen. Er gewährt aber auch Zeit für die soziale und kulturelle Entfaltung. Zudem bietet er die Möglichkeit, in der hochverdichteten Arbeitswelt innezuhalten.


 

Grafik Feiertag

DGB


Die Arbeitgeberverbände warnen reflexartig vor einem neuen Feiertag. Dieser würde die Wirtschaft schädigen. Ein Blick auf die Daten zeigt: Das ist Panikmache. Es gibt keinen kausalen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Feiertage und der Wirtschaftsleistung. So lag das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Bayern im Jahr 2015 bei 42.950 Euro und in Baden-Württemberg bei 42.623 Euro, in Niedersachsen aber bei nur 32.591 Euro. Obwohl in beiden süddeutschen Bundesländern an weniger Tagen gearbeitet wird, liegt die wirtschaftliche Leistung 30 Prozent über derjenigen Niedersachsens.

Erholte Beschäftigte sind produktiver
Der Vergleich belegt eindeutig: Warnungen vor einer schrumpfenden Wirtschaftsleistung sind ideologische Spiegelfechtereien und sachlich unzutreffend. Das Gegenteil ist richtig: Erholte Beschäftigte sind zufriedener und leisten mehr. Gesamtwirtschaftlich sind die Löhne und Gehälter der wichtigste Bestandteil des Bruttoinlandsproduktes. Da diese an einem gesetzlichen Feiertag fortgezahlt werden, sinken weder Kaufkraft noch Nachfrage.

Ein Gewinn für alle
Fazit: Ein neuer Feiertag ist ein Gewinn für alle Menschen in Niedersachsen! Die Debatte über alternative Anlässe ist fahrlässig und muss enden. Sonst droht eine Verschiebung des Feiertages auf unbestimmte Zeit. Die breite Bevölkerungsmehrheit steht dem völlig verständnislos gegenüber. Der Landtag muss den Reformationstag 2018 zum Feiertag machen, damit er noch in diesem Jahr allen zu Gute kommt!


DOWNLOAD


Nach oben

DIREKT ZU IHRER GEWERKSCHAFT