Das Wetter scheint in diesem Jahr wieder mitzuspielen. Zum diesjährigen Tag der Arbeit ruft der DGB mit seinen Mitgliedgewerkschaften zu 20 Veranstaltungen in Sachsen-Anhalt auf. Unter dem Motto „Macht Dich stark mit uns!“ werden tausende Gewerkschafter*innen bei angekündigtem Sonnenschein auf die Straßen gehen, um ihre Stimme für eine gerechte und friedliche Zukunft zu erheben. Denn nur wenn die abhängig Beschäftigten vereint sind und gemeinsam für ihre Interessen einstehen, können sie etwas erreichen.
Kämpfen für die Tarifwende
Der gewerkschaftliche Anspruch ist es, dass alle Menschen von ihrer Arbeit gut leben können. Tarifverträge sind dafür die notwendige Bedingung. Sachsen-Anhaltische Beschäftigte, die Vollzeit in einem tarifgebundenen Betrieb tätig sind, verdienen branchenübergreifend jeden Monat deutlich mehr als diejenigen, für die kein Tarifvertrag gilt. Im Durchschnitt der Gesamtwirtschaft sind es rund 830 Euro (siehe Grafik). Dass sich aber zu viele Arbeitgeber durch Tarifflucht aus der Verantwortung stehlen und so viele Beschäftigten um ihren gerechten Lohn bringen, ist ein sozialpolitischer Skandal. Die Gewerkschaften kämpfen deshalb für die Tarifwende.
Keine Ausreden – Investitionen jetzt!
Gleichzeitig muss endlich ein Investitionszug ins Rollen kommen. Weil viel zu lange auf öffentliche Sparkurse gesetzt wurde, sind Infrastruktur und Daseinsvorsorge heute marode. Hierunter leiden die Menschen und Unternehmen gleichermaßen. Das von den Gewerkschaften geforderte und nun beschlossene Sondervermögen für Investitionen in Infrastruktur und Klimaneutralität stellt die Weichen in die richtige Richtung. Die Mittel sind da, es gibt keine Ausreden mehr. Jetzt muss das Geld ohne Verzögerung in bezahlbaren Wohnraum, Schulen, Brücken, Kitas und vieles mehr fließen.
Für einen intakten Sozialstaat
Angesichts der Herausforderungen und transformativen Umbrüche ist es zudem unerlässlich, dass es sozial gerecht zugeht. Die Gewerkschaften stehen für einen intakten Sozialstaat. Das Versprechen im Koalitionsvertrag für eine stabile Rente ist positiv zu bewerten. Die massive Hetze gegen die Bezieher*innen von Bürgergeld ist jedoch beschämend. Hier wird böswillig und völlig faktenfrei über Alleinerziehende, Kinder und Menschen, die trotz Arbeit Bürgergeld beziehen, hergezogen.
Tax the rich statt blame the poor
Weitaus notwendiger wäre demgegenüber ein gerechteres Steuersystem. Das groß vorhandene Vermögen wird überwiegend hochkonzentriert vererbt. Es kann nicht angehen, dass der riesige Reichtum der wenigen nur davon abhängt, dass sie Glück bei der Geburtslotterie hatten. Während kleine und mittlere Einkommen eine Entlastung verdienen, müssen eine Vermögensteuer und Reform der Erbschaftsteuer für mehr Steuergerechtigkeit sorgen.
Mach dich stark mit uns!
Die DGB-Gewerkschaften und ihre Mitglieder werden am 1. Mai und an jedem anderen Tag Schulter an Schulter dafür kämpfen, das Leben und die Arbeitsbedingungen der Menschen besser machen. Niemand darf auf der Strecke bleiben. Umso mehr sich dieser Gemeinschaft der Beschäftigten anschließen, desto kraftvoller lassen sich die gemeinsamen Belange durchsetzen. Denn Solidarität gewinnt. Also rein in die Gewerkschaften und macht euch gemeinsam stark mit uns!