Gebäudereinigung: 2 Euro mehr müssen drin sein

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Dachzeile #schlaglicht 34/2026

Ein klarer Blick durch das Fenster, morgens ein geleerter Papierkorb im Büro, der Boden in der Werkshalle glänzt und Toiletten in der Schule sind geputzt – bei Hygiene und Sauberkeit geht nichts ohne die Beschäftigten der Gebäudereinigung. Ihrer harten und körperlich fordernden Arbeit ist es zu verdanken, dass Menschen ein gepflegtes berufliches oder auch privates Umfeld vorfinden. Dabei erledigen sie ihr Werk oft unsichtbar. Während andere in den Feierabend gehen, sind Reinigungskräfte regelmäßig zu nachtschlafender Stunde im Einsatz. Dafür gebührt ihnen Anerkennung.

Harte Arbeit zum Mindestlohn

In den Arbeitsbedingungen spiegelt sich diese aber allzu oft nicht wider. Große Flächen müssen innerhalb kürzester Zeit gereinigt werden, was wiederum Leistungsverdichtung und Überstunden nach sich zieht. Viele der Beschäftigten – überwiegend Frauen, die mehrheitlich eine Migrationsgeschichte haben – hängen in Minijobs, Befristungen und Teilzeitstellen fest. Insgesamt erhalten etwa 500.000 Beschäftigte nur den Branchenmindestlohn. Für Innen- und Unterhaltsreinigungsarbeiten beläuft er sich derzeit auf 15 Euro pro Stunde, Glas- und Fassadenreiniger*innen erhalten 18,40 Euro. Angesichts hoher Inflation deutlich zu wenig für diesen Knochenjob.

Zwischen Wachstum und Personallücken

Dabei ist die Branche ein richtiges Schwergewicht, kein Zweig des Handwerks ist größer als die Gebäudereinigung. In den letzten Jahren hat sie allen konjunkturellen Widrigkeiten getrotzt und ein stetiges Wachstum hingelegt. Innerhalb von nur zehn Jahren hat sich der Umsatz auf zuletzt fast 30 Mrd. Euro nahezu verdoppelt (siehe Grafik). Gleichzeitig haben die Unternehmen mit einem enormen Personalmangel zu kämpfen. Sowohl die Fluktuation als auch die Krankenstände bewegen sich auf einem bundesweit hervorstechenden Niveau.

Fluktuation wegen geringer Bezahlung

Was läge also näher als eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen? Laut einer Branchenanalyse gaben selbst 56 Prozent der Firmen an, dass ihnen Beschäftigte aufgrund fehlender finanzieller Anreize den Rücken zugekehrt haben. Kurzum: Wer sein Personal im Unternehmen oder gar im Beruf halten möchte, muss dementsprechend an der Schraube der Bezahlung drehen. Ansonsten sehen sich viele Beschäftigte nach Alternativen um.

Deutliche Lohnerhöhung notwendig

Genau deshalb fordert die IG BAU in der laufenden Tarifrunde auch eine kräftige Tariflohnerhöhung von 2 Euro pro Stunde für alle Lohngruppen. Die Beschäftigten haben diese nicht nur verdient. Mit der Anhebung würde auch ein deutlicher Abstand zum gesetzlichen Mindestlohn hergestellt und damit ein Attraktivitätsbonus für die Branche geschaffen werden, den die Beschäftigten in Zeiten starker Preissteigerungen bei Mieten, Lebensmitteln und Energie dringend brauchen.

Faires Angebot eine Frage des Respekts

Was die Arbeitgeberseite bisher allerdings vorgelegt hat, ist wenig mehr als nichts. Nicht einmal die Teuerungsrate würde mit ihrem Angebot ausgeglichen werden. In der dritten Verhandlungsrunde muss von ihnen deutlich mehr kommen, wenn es nicht zu einem harten Arbeitskampf kommen soll. Es geht um Respekt und Anerkennung für die Beschäftigten, die jeden Tag im unverzichtbaren Einsatz für die Gesellschaft sind. Für ihre saubere Arbeit verdienen sie auch einen sauberen Lohn.

#schlaglicht 34/2026 - Gebäudereinigung: 2 Euro mehr müssen drin sein (pdf)

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