10.203 junge Menschen in Niedersachsen ohne Ausbildungsplatz – Unternehmen und Politik müssen mehr Verantwortung übernehmen

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Ordnungsnummer PM 047

So sind in Niedersachsen aktuell noch 10.203 Jugendliche und junge Erwachsene auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz, das sind 17,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Betriebe bieten noch 3.840 offene Ausbildungsplätze an, dies ist ein Rückgang von 16,3 Prozent. Auf einen offenen Ausbildungsplatz kommen damit durchschnittlich 2,7 Bewerber.

Hierzu erklärte Lars Niggemeyer, Ausbildungsmarktexperte des DGB Niedersachsen: „10.203 junge Menschen konnten in diesem Jahr keinen Ausbildungsplatz finden. Ohne Ausbildung sind die Aussichten auf ein stabiles Erwerbsleben deutlich schlechter. Hinzu kommen die großen Fachkräftebedarfe. Wir können es uns nicht länger leisten, dass ein wachsender Teil der jungen Generation ohne Ausbildung bleibt. Unternehmen und Politik müssen hier mehr Verantwortung übernehmen. In Zukunft darf kein junger Mensch auf dem Weg in Ausbildung verloren gehen!“

Aus Sicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Niedersachsen muss die Berufsorientierung in den Schulen durch ein Ankerfach verbessert und der Verbleib aller Schulabgänger*innen durch die Jugendberufsagenturen erfasst werden. Ausbildende Betriebe sollten durch eine Umlage von Ausbildungskosten entlastet werden. Fördermaßnahmen für erfolglos gebliebene Bewerber sollten deutlich ausgebaut werden. Jeder Ausbildungsplatzsuchende soll ein passendes Angebot erhalten, natürlich am besten in einem Betrieb. Wenn das nicht möglich ist, wäre eine Ausbildungsgarantie des Landes gefordert.

„Aktuell bildet nur jeder fünfte Betrieb in Niedersachsen aus. Durch eine Umlage könnten ausbildende Betriebe stärker unterstützt werden. Bremen kann hierbei Vorbild sein. Zudem braucht es mehr Hilfen für Jugendliche mit Hemmnissen. Die Förderung der Jugendwerkstätten, die sich um diese Zielgruppe besonders kümmert, muss dringend verbessert werden“, erklärte Lars Niggemeyer.

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