Seit dem 01.10.2022 beträgt der Mindestlohn bundesweit 12 Euro. Aktuelle Zahlen des statistischen Bundesamtes zeigen, was das für die Menschen in Bremen bedeutet.
So haben knapp 58.000 Menschen im Land Bremen seit der Mindestlohnerhöhung auf 12 Euro mehr Geld im Portemonnaie. Der Anteil derer, die zu Niedriglöhnen arbeiten, ist in Bremen seit der Erhöhung gesunken – von 20 auf 14,2 Prozent. Auf Bundesebene profitieren besonders Frauen (3,3 Millionen) sowie geringfügig Beschäftigte (3 Millionen).
„Diese Zahlen zeigen deutlich: Den Mindestlohn zu erhöhen, war genau richtig. Der Mindestlohn erfüllt somit eines seiner vorrangigen Ziele – nämlich den Schutz der Arbeitnehmer*innen. Für das Land Bremen bedeutet das: Weniger Lohndumping und eine menschenwürdigere Bezahlung“, sagt Ernesto Harder, Vorsitzender des DGB in Bremen.
Die Mindestlohn-Erhöhung wirkt sich zusätzlich positiv auf die Wirtschaft aus, da die Kaufkraft der Beschäftigten steigt. Die stärkere Kaufkraft und höhere Binnennachfrage stabilisieren die Konjunktur. Forschungen zeigen außerdem, dass es keine negativen Beschäftigungseffekte des Mindestlohnes gibt, die so oft befürchtet wurden.
Ende Juni wird die Mindestlohnkommission wieder über die Höhe des Mindestlohns entscheiden, der dann ab 1.1.2024 gilt. Für den DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften ist klar, dass eine deutliche Erhöhung folgen muss.
„Durch die Inflation sind die Menschen hierzulande in Bedrängnis geraten. Die letzte Erhöhung reicht nicht, um das auszugleichen. Die Teuerung bei Energie und Lebensmitteln trifft die arbeitende Bevölkerung hart – und ganz besonders Menschen, die zum Mindestlohn arbeiten und ohnehin ein geringes Einkommen haben. Es gilt, die Arbeit von Millionen Beschäftigten wertzuschätzen. Dabei geht es größtenteils um Beschäftigte, die buchstäblich den Laden am Laufen halten – zum Beispiel im Handel, Logistik und weiteren Dienstleistungen“, so Harder weiter.