In einem Beitrag für den Mitteldeutschen Rundfunk hat sich der Präsident der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände Sachsen-Anhalts, Marco Langhof, für flexiblere Arbeitszeitregelungen und gegen Arbeitsverbote zu bestimmten Uhrzeiten ausgesprochen. Dazu erklärt Susanne Wiedemeyer, Leiterin des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Sachsen-Anhalt: „Arbeitszeit muss zum Leben passen. Viele Beschäftigte wünschen sich inzwischen etwas kürzere Arbeitszeiten, da die Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und Beruf und eine gerechtere Verteilung der Haus- und Sorgearbeit einen immer größeren Platz einnehmen. Eine überwältigende Mehrheit der Beschäftigten möchte allerspätestens um 18 Uhr Feierabend haben und definitiv keine Extraschicht nach 22 Uhr. Die Aussagen der Arbeitgeberseite sind realitätsfern und wirken wie aus der Zeit gefallen.“
Wiedemeyer verweist auf die Ergebnisse des Arbeitszeitreports der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), wonach bereits heute über ein Drittel der Frauen und fast 60 Prozent der Männer pro Woche zwischen 40 bis 48 Stunden arbeiten. Vollzeitbeschäftigte arbeiten im Schnitt 43 Stunden. „Lange Arbeitszeiten sind schon jetzt oft genug an der Tagesordnung sind. An mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit à la Arbeitgeberlogik besteht absolut kein Bedarf. Statt einer weiteren Entgrenzung von Arbeit und Leben braucht es klare Regeln zur Zeiterfassung und ein Recht auf Nichterreichbarkeit. Arbeit ohne klare Grenzen, aber auch Überstunden und verkürzte Ruhephasen sind problematisch für die Gesundheit. Körperliche Beschwerden, Erschöpfung, Schlafstörungen und Niedergeschlagenheit können die Folge sein, wenn die gesetzliche Mindestruhe unterschritten wird“, so Wiedemeyer.