Ausbildungskrise: Niedersachsen braucht mehr Ausbildungsverantwortung
Dr. Ernesto Harder, Vorsitzender des DGB Niedersachsen: „Dass jeder zehnte junge Mensch in Deutschland ohne Job, Bildungs- oder Ausbildungsplatz ist, ist mehr als besorgniserregend und muss uns alle zum entschlossenen Handeln auffordern. Die Ursachen sind vielfältig und komplex – deshalb braucht es ein Bündel an Maßnahmen. Mit Blick auf Niedersachsen ist aber auch klar: Ein Teil des Problems ist hausgemacht. Nur 21,5 Prozent der Betriebe bilden aus, obwohl gleichzeitig 100 Prozent der Betriebe Fachkräfte brauchen. Wer Fachkräfte will, muss auch Verantwortung für deren Ausbildung übernehmen“, so Harder weiter.
Der DGB Niedersachsen schlägt deshalb drei zentrale Maßnahmen vor:
Erstens: einen Ausbildungsfonds. Alle Betriebe zahlen ein, ausbildende Unternehmen werden finanziell und fachlich unterstützt. So wird Ausbildung zur gemeinsamen Verantwortung.
Zweitens: eine echte Ausbildungsgarantie. Jeder junge Mensch muss die Möglichkeit bekommen, eine Ausbildung zu beginnen und damit eine berufliche Perspektive aufzubauen.
Drittens: ein Azubi-Werk nach dem Vorbild des Studentenwerks. Es könnte Wohnraum vermitteln, Auszubildende und Betriebe beraten und Unterstützungsangebote bündeln.
„Die Ausbildungskrise hat keine einfache Lösung. Aber mit mehr betrieblicher Verantwortung und besseren Rahmenbedingungen können wir dafür sorgen, dass junge Menschen eine Perspektive bekommen und Niedersachsen seine Fachkräfte von morgen ausbildet“, so Harder.