Um das Problem bewusst zu machen, hat der DGB seit Anfang September Motive der Kampagne „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch“ geschaltet – an Bahnsteigen, in den U-Bahnhöfen und im Bahnhofsgebäude. Die Motive zeigen die Polizistin Sophie, den Rettungssanitäter Moritz und die Zugbegleiterin Michaele, die selbst Opfer von Gewalt geworden sind und unter dem Motto „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch!“ für mehr Respekt werben. Vor dem Bahnhofsgebäude verteilen Vertreter*innen von DGB, EVG, ver.di und GdP Give Aways der Kampagne an Passant*innen und warben für mehr Rücksichtnahme auf Zugbegleiter, Polizistinnen und Rettungssanitäter.
„Es ist unerträglich, dass Menschen, die für das Gemeinwohl tätig sind, immer wieder zum Ziel von Angriffen werden. Gewalt gegen Beschäftigte darf keinesfalls als Berufsrisiko in Kauf genommen werden, das gilt natürlich auch für die Rettungssanitäter*innen und die Feuerwehren im Land Niedersachsen. Es ist empörend, dass die Menschen, die uns im Notfall aus Gefahrensituationen bergen, Hilfemeldungen annehmen, Brände löschen oder uns medizinisch versorgen, angegriffen und beschimpft werden. Es braucht auch dringend Hilfsangebote für alle Kolleg*innen, die im Dienst angegriffen worden sind“, sagt Andrea Wemheuer, die Landesbezirksleiterin von ver.di in Niedersachsen und Bremen.
Kevin Komolka, Landesvorsitzender der GdP Niedersachsen: „Beschäftigte im öffentlichen Dienst sind ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft. Respekt und Anerkennung für ihre Arbeit sowie politische Unterstützung auf allen Ebenen stärken das Miteinander und sorgen dafür, dass ihre Leistungen wieder die Wertschätzung erfahren, die sie verdienen.“
Torsten Rathsmann, Landesvorsitzender der EVG Niedersachsen: „Die Bahnbeschäftigen geben jeden Tag ihr Bestes, damit wir alle sicher zur Arbeit, zur Familie, in den Urlaub kommen. Und zum Dank werden sie dann beleidigt, angespuckt, geschlagen. Ich frage mich: Wollen wir das als Gesellschaft einfach so akzeptieren und hinnehmen? Es wird Zeit, dass es einen Aufstand gegen die Verrohung gibt!“
Vor Ort haben auch Betroffene von ihren Erfahrungen berichtet.
„Jahrelang aufgeschobene Investitionen in Infrastruktur und Daseinsvorsorge müssen endlich umgesetzt werden. Denn sind die Bürger*innen mit den Leistungen des öffentlichen und privatisierten Sektors zufrieden, wirkt sich das auch positiv auf den Umgang mit den dort Beschäftigten aus“, so Payandeh abschließend.