DGB-Ausbildungsreport: Einstiegshürden in Ausbildung abbauen: Ausbildung für alle!

Datum

Ordnungsnummer PM 051

Kimberly Haarstik, Abteilungsleiterin für Jugendpolitik und Jugendbildung beim DGB Niedersachsen: „Immer noch bleiben zu viele junge Menschen ohne Ausbildung. Jahr für Jahr geht der Anteil der Betriebe, die überhaupt noch ausbilden, zurück. Während Arbeitgeber öffentlich jammern, dass zahlreiche ihrer Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, gehen zeitgleich tausende junge Menschen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz leer aus. Für sie müssen die Klagen über den Fachkräftemangel wie Hohn klingen.“

Der Ausbildungsreport 2025 zeigt die Probleme bei der Ausbildung sehr deutlich: Auszubildende können von ihrer Bezahlung oftmals nicht selbstständig leben, weil sie zu niedrig ist. Die Beratungsangebote der Agentur für Arbeit sind den Jugendlichen oft nicht bekannt. Viele junge Menschen nutzen sie deshalb zu wenig. Die Berufsorientierung in den Schulen hilft den jungen Menschen nur selten bei ihrer Suche nach einem Ausbildungsplatz. Viele Bewerber*innen haben es gar nicht bis zu einem Vorstellungsgespräch geschafft. Sie wurden bereits vorher vom Betrieb abgelehnt.  

Dr. Mehrdad Payandeh, Vorsitzender des DGB Niedersachsen: „Die Zahlen belegen: Es besteht dringender Handlungsbedarf. Unsere Vorschläge liegen auf dem Tisch: Ein Ankerfach für Berufsorientierung für alle ab Klasse 7. Die Berufsorientierung soll strukturiert, klischeefrei und praxisnah durchgeführt werden, um jungen Menschen einen beruflichen Kompass zu geben.“

Eine Ausbildungsgarantie würde junge Menschen versorgen, die keinen Ausbildungsplatz in einem Betrieb finden. Ihnen wäre ein außerbetrieblicher Platz bei einem Maßnahmenträger oder der berufsbildenden Schule sicher. Payandeh dazu: „Es muss gelten: Wer ausbildet, soll unterstützt werden; wer sich jedoch der Aufgabe entzieht, muss sich an den Kosten beteiligen. Ein Ausbildungsfonds, in den alle einzahlen, die nicht ausbilden, wäre ein wirksames Instrument. Die Bremer haben mit ihrem Ausbildungsfonds Pionierarbeit geleistet!“

Und schließlich sorgt die Einführung einer Bildungs-ID dafür, junge Erwachsene besser auf ihrem Bildungsweg zu begleiten und ihnen Unterstützung im Jobeinstieg zu bieten. Payandeh dazu: „Niemand darf verloren gehen!“

Infos zum Ausbildungsreport


Für den vorliegenden Report wurden zwischen September 2024 und Mai 2025 insgesamt 1.339 Auszubildende aus Niedersachsen und Bremen befragt. Der Ausbildungsreport erhebt seit 12 Jahren die Bedingungen der Ausbildung und ist die einzige Studie, die die Auszubildenden selbst befragt. Die Studie hat jedes Jahr einen anderen Schwerpunkt.

Die Studie kann hier heruntergeladen werden:

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