Die geplante Entfristung und Ausweitung von Sonntagsöffnungen gefährdet Arbeitsbedingungen, tarifliche Standards und den arbeitsfreien Sonntag. Schon heute stehen Beschäftigte im Einzelhandel durch flexible Öffnungszeiten stark unter Druck. Eine weitere Ausweitung der Sonntagsarbeit würden diesen nur verschärfen.
Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass die versprochene zusätzliche Kaufkraft durch Sonntagsöffnungen nicht nachweisbar ist. Gleichzeitig steigt durch verstärkten Wettbewerb der Druck auf den Einzelhandel in der Innenstadt. Ein arbeitsfreier Sonntag hat für Beschäftigte eine hohe Bedeutung: er schützt Zeit für Familie, Erholung und ermöglicht gesellschaftliches Leben. Außerdem steht die Allgemeinverbindlichkeitserklärung der Tarifverträge im Einzelhandel weiterhin aus. Diese Forderung war im Jahr 2009 eine Voraussetzung für die Ausweitung der Öffnungszeiten.
„Wir brauchen keine weitere Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten, sondern den Schutz von Freizeit und Ruhepausen. Beschäftigte im Einzelhandel brauchen bessere Arbeitsbedingungen, am besten durch allgemeinverbindliche Tarifverträge. Sonntagsöffnung muss Ausnahme bleiben und darf nicht zum Regelbetrieb werden.“, so Christian Wechselbaum, Landesleiter des DGB Bremen.
Der DGB im Land Bremen fordert die Abgeordneten der Bremischen Bürgerschaft auf, den Schutz von Arbeitszeiten und sozialverträglichen Öffnungszeiten in den Mittelpunkt zu stellen. Die Entfristung des §9a lehnen wir entschieden ab.