DGB Bremerhaven kritisiert Einführung der 41-Stunden-Woche für Beamt*innen
Der DGB Bremerhaven kritisiert die vom Bremer Senat geplante Einführung der 41-Stunden-Woche für Beamt*innen zum 1. Juli. In Zeiten von Fachkräftemangel, steigender Arbeitsbelastung und wachsenden Anforderungen an den öffentlichen Dienst sende diese Entscheidung das falsche Signal.
Sascha Kuntzmann, Vorsitzender des DGB Stadtverbands Bremerhaven, erklärt: „Während bundesweit darüber diskutiert wird, wie der öffentliche Dienst attraktiver gestaltet werden kann, verlängert Bremen die Arbeitszeit. Das ist das genaue Gegenteil dessen, was jetzt notwendig wäre. Die Beschäftigten in den Verwaltungen, Schulen, bei der Polizei und in vielen weiteren Bereichen arbeiten bereits heute unter hohem Druck. Eine längere Arbeitszeit schafft keine einzige zusätzliche Fachkraft und wird die bestehenden Probleme nicht lösen.“
Der DGB befürchtet, dass die Arbeitszeitverlängerung die Gewinnung und Bindung qualifizierter Beschäftigter zusätzlich erschwert. Gerade junge Menschen erwarteten von einem modernen Arbeitgeber attraktive Arbeitsbedingungen, Verlässlichkeit und eine gute Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben.
Sinem Topcu, Gewerkschaftssekretärin des DGB Bremerhaven, sagt: „Die Einführung der 41-Stunden-Woche ist eine kurzsichtige Entscheidung. Wer einen leistungsfähigen öffentlichen Dienst will, muss in Personal, Ausbildung und gute Arbeitsbedingungen investieren. Statt die Belastung der Beschäftigten weiter zu erhöhen, braucht es Maßnahmen, die den öffentlichen Dienst langfristig stärken und für Fachkräfte attraktiv machen.“
Der DGB Bremerhaven fordert den Bremer Senat auf, die Entscheidung zu überdenken und gemeinsam mit den Gewerkschaften Lösungen zu entwickeln, die die Beschäftigten entlasten, die Attraktivität des öffentlichen Dienstes erhöhen und seine Leistungsfähigkeit langfristig sichern.