DGB-Landesleiterin Susanne Wiedemeyer: „Die DGB-Gewerkschaften haben aus der nationalsozialistischen Verfolgung und Unterdrückung die Lehre der Einheitsgewerkschaft gezogen. Nichts darf uns spalten und schwächen. Solidarität verpflichtet uns immer wieder neu zu entschlossenem Handeln gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Intoleranz.“ Sie verweist auf das diesjährige Mai-Motto „Ungebrochen solidarisch“, das auch eine Botschaft des 2. Mai in sich trägt.
Anlässlich der Erstürmung der Gewerkschaftshäuser in Sachsen-Anhalt veranstaltet der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) am 2. Mai zwei Gedenkveranstaltungen in Magdeburg und Halle.
Informationen zur Gedankveranstaltung in Magdeburg, organisiert durch die DGB-Region Altmark-Börde-Harz, unter folgendem Link: https://sachsen-anhalt.dgb.de/++co++75e789b6-de99-11ed-9d94-001a4a160123.
Informationen zum „GedenkWalk“ in Halle, organisiert durch die DGB-Region Halle-Dessau, unter folgendem Link: GedenkWalk | halle-dessau (dgb.de).
Hintergrund:
Für die Gewerkschaften ist dieser Tag Anlass zur Erinnerung - auch der selbstkritischen Erinnerung. Sie fragt danach, ob die Gewerkschaften mehr gegen den Nazi-Terror hätten ausrichten können, wären sie weltanschaulich und religiös nicht so zerstritten gewesen. Wir erinnern aber auch an die vielen tapferen Männer und Frauen, die für die Idee freier Gewerkschaften Repressalien, Folter und Tod auf sich genommen haben.
Schon vor 1933 erodierten die rechtlichen Grundlagen gewerkschaftlicher Arbeit. Die Notverordnungen des Jahres 1931 zwangen zu Lohnsenkungen und unterliefen so bestehende Tarifverträge. Anfang 1932 lagen die tariflichen Stundenlöhne 17 Prozent unter dem Niveau des Jahres 1930. Auch die Einschüchterungsversuche nationalsozialistischer Gruppierungen begannen vor 1933. Nach der Machtübernahme nahm der Terror von SA und SS gegen Gewerkschaftsmitglieder zu. Am 2. Mai 1933 markierte das Ausmaß der Gewalt gegen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter und ihre Häuser einen Punkt, an dem es kein Zurück mehr gab.
Die DGB-Gewerkschaften haben aus der nationalsozialistischen Verfolgung und Unterdrückung die Lehre der Einheitsgewerkschaft gezogen. Nichts darf uns spalten und schwächen. So trägt das diesjährige Mai-Motto „Ungebrochen solidarisch“ auch eine Botschaft des 2. Mai in sich. Solidarität verpflichtet uns immer wieder neu zu entschlossenem Handeln gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Intoleranz.
Heute sind freie und unabhängige Gewerkschaften selbstverständlicher Teil unseres demokratischen Gemeinwesens. Mitbestimmung und Tarifautonomie sind gesetzlich verankert und geschützt. Darauf lässt sich aber nicht ausruhen. Wir müssen diese Errungenschaften immer wieder verteidigen und neu mit Leben füllen. Aber wir können uns auf rechtstaatliche Grundlagen mit verbrieften Rechten verlassen. Diskurs und auch Disput sind demokratisch gewollt und organisiert. Der heutige Tag mahnt uns, darin keine Selbstverständlichkeit zu sehen.