DGB lehnt Arbeitspflicht für Asylbewerber*innen ab

Datum

Ordnungsnummer PM 054

Dr. Ernesto Harder, Vorsitzender des DGB Niedersachsen: „Wir müssen die Menschen nicht zum Arbeiten zwingen. Die Menschen, die bei uns Schutz suchen, wollen arbeiten, wenn sie arbeiten können und wenn man sie arbeiten lässt. Anstelle von Arbeitspflicht sollte man den Menschen schneller eine Arbeitsgenehmigung erteilen. Dabei ist es wichtig, dass die Menschen in gute Arbeit kommen – fair bezahlt und sozialversicherungspflichtig. Prekäre 80-Cent-Jobs tragen nicht zur Integration bei.“

„Dass Asylbewerber*innen nicht arbeiten wollen, ist ein rassistisches, unbelegbares Märchen von Rechtsradikalen“, ergänzt Harder. „Das sollte man nicht mit so viel Aufmerksamkeit adeln.“

Im Gegenteilt müssten die Hürden für Menschen aus dem Ausland abgebaut werden. Häufig werden Abschlüsse nicht anerkannt – die Anerkennungsverfahren sind bürokratisch, viel zu aufwendig und dauern zu lang. Vielen Asylbewerber*innen seien die Angebote, die es gibt, nicht bekannt. Die Angebote, etwa von Bundesagentur für Arbeit und Jobcenter, müssen mit mehr Geld ausgestattet werden. Harder kritisiert: „In den letzten Jahren wurden die Mittel für Eingliederungsmaßnahmen und Sprachkurse massiv gekürzt. Das passt nicht zu den Forderungen, mehr Menschen in Arbeit bringen zu wollen.“

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