Susanne Wiedemeyer, Landesvorsitzende des DGB Sachsen-Anhalt: „Der Tod von Jürgen Weißbach macht uns sehr traurig. Er hat in seinem politischen Leben Unwahrscheinliches geleistet, dafür gebührt ihm die Wertschätzung des DGBs und der Mitgliedsgewerkschaften in Sachsen-Anhalt. In seiner Funktion als erster Landesvorsitzender hat er darum gekämpft, dass viele Arbeitsplätze in unserem Land erhalten bleiben können. Auch um den Fortbestand des Chemiedreiecks hat sich Jürgen Weißbach verdient gemacht. Mit seiner kommunikativen Art hat er viele Menschen zusammengebracht. In besonderer Erinnerung bleibt auch die von ihm initiierte Installation ARBEIT am Magdeburger Dom und am Brocken. Wir trauern um Jürgen Weißbach und sind in Gedanken bei seinen Angehörigen.“
Nachdem er in Hessen aufgewachsen war und in Niedersachsen studiert, promoviert, gearbeitet und gelebt hat, ist er nach der Wende in den Osten zurückgekehrt. Ein Arbeiten auf Augenhöhe und ohne Überheblichkeit war ihm wichtig. In den schwierigen Zeiten der wirtschaftlichen Umstrukturierung und der Massenentlassungen hat sich Weißbach als Interessenvertreter von Beschäftigten und Arbeitslosen aber auch im Dialog mit Vertretern von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft große Ver-dienste erworben.
Als Mitglied der Bildungsgewerkschaft GEW hat er sich stets für Kultur und Bildung interessiert und engagiert. So war er bis zu seinem Tod ehrenamtlich im Künstlerhaus 188 in Halle aktiv und jahrelang dessen Vorsitzender. Weißbach hat dort die Meister-Plus-Fortbildung „Gestalter im Handwerk“ an das Künstlerhaus und erstmals nach Sachsen-Anhalt geholt. Er verband damit gewerkschaftliches Interesse an Arbeit mit dem Interesse an der Kunst. Auch die gewerkschaftliche Bildung war ihm ein Anliegen. So hat er das ehemalige Künstlerhaus Sonneck in Naumburg zu einer gewerkschaftlichen Bildungsstätte gemacht. 1993 wurde die Akademie Sonneck als Erwachsenenbildungseinrichtung der Bildungsvereinigung Arbeit und Leben Sachsen-Anhalt e.V. gegründet. Jürgen Weißbach wurde 87 Jahre alt.