Sowohl Bundeskanzler Friedrich Merz als auch CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann haben jüngst erklärt, die gesetzliche Rente könne in Zukunft nur noch eine Basisabsicherung leisten. Diese einschneidende Rentenkürzung lehnt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Niedersachsen strikt ab.
Hierzu erklärt Dr. Ernesto Harder, Vorsitzender des DGB Niedersachsen: „Für die allermeisten Menschen ist die gesetzliche Rente die zentrale Säule ihrer Alterssicherung. Die Armutsgefährdung im Alter hat in Niedersachsen seit dem Jahr 2005 stark zugenommen – von 11,6 auf 19,3 Prozent. Sie liegt inzwischen über dem gesamtgesellschaftlichen Durchschnitt. Daher verbieten sich weitere Rentenkürzungen. Im Gegenteil: Eine überwältigende Mehrheit von über 80 Prozent der 18- bis 39-Jährigen fordert bessere Renten. Eine Basisrente würde nur zu einem führen: Die Arbeitgeber zahlen weniger Beiträge für die Renten ihrer Mitarbeiter*innen, während die Beschäftigten durch die Privatvorsorge mehr allein tragen müssten. Wir können das Land nicht modernisieren, indem wir den Arbeitnehmer*innen immer mehr Lasten aufbürden und gleichzeitig große Unternehmen und Kapitaleinkommen von der Finanzierung der Sozialversicherungen freistellen.“
Umfragen zeigen deutlich, was sich die Bevölkerung von der Politik wünscht: Sie will nicht mehr private Vorsorge, sondern einen leistungsfähigen, gerechten und verlässlichen Sozialstaat.
Aus dem sozialstaatsradar 2026 – einer Online-Erhebung im Auftrag u. a. des Deutschen Gewerkschaftsbundes – sind folgende Signale für einen starken gesetzliche Rente erkennbar. 77 Prozent befürworten eine gemeinsame Rentenversicherung. Gleichzeitig wären rund 75 Prozent der Beschäftigten bereit, höhere Beiträge zu zahlen, wenn damit stabile oder bessere Rentenleistungen gesichert werden.
Über das sozialstaatsradar 2026
Die Befragung erhebt einmal jährlich grundlegende Positionen zum Sozialstaat sowie zu den drei großen Themenfeldern Gesundheit, Pflege und Rente. Sie wird anhand einer systematischen Quotenstichprobe durchgeführt, die die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren zuverlässig abbildet. Vom 7. bis 20. Januar 2026 wurden dafür 3.000 Personen vom wissenschaftlichen Dienstleister für empirische Sozialforschung und Evaluation uzbonn per Online-Erhebung im Auftrag der Arbeitnehmerkammer Bremen, der Arbeitskammer des Saarlandes und des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB befragt.
Weitere Informationen und das vollständige sozialstaatsradar 2026 zum Download