Die Rente muss für ein gutes Leben im Alter reichen
Heute hat die DGB-Rentenkommission in Berlin ihren Endbericht vorgelegt. Die sächsische DGB-Chefin Daniela Kolbe sagte dazu in Dresden:
„Die Rente muss für ein gutes Leben im Alter reichen und nicht nur zum Überleben. Das ist eine Frage der Gerechtigkeit. Die Beschäftigten haben viele Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt und erwarten zu Recht eine gerechte Absicherung im Alter. Kürzungen bei der gesetzlichen Rente lehnen wir ab. Gerade in Ostdeutschland sind die Beschäftigten auf die gesetzliche Rente angewiesen. Betriebliche Renten oder größere Vermögen sind hier die Ausnahme. Für die Menschen in Sachsen ist es existenziell notwendig, die gesetzliche Rente auf ein stabiles Fundament zu stellen. Gleichzeitig müssen Betriebsrenten, die in Sachsen kaum vorhanden sind, endlich zur Regel werden.“
Unbestritten seien laut Kolbe Reformen notwendig. „Wir fordern aber eine echte Reform, die Verbesserungen zum Ziel hat. Dazu gehören eine gerechte Finanzierung und eine faire Verteilung der Lasten. Für alle Generationen. Was wir definitiv nicht brauchen, ist ein Rentenkürzungsprogramm. Die Vorschläge der DGB-Rentenkommission zeigen, dass eine gerechte Rentenreform möglich ist“, sagte Kolbe.
Die Bundesregierung sei gut beraten, die Vorschläge aufzugreifen und nicht einfach auf dem falschen Weg der Kürzungen weiterzugehen. „Unsere Proteste für einen starken Sozialstaat am 26. September mit mehr als 175.000 Teilnehmenden bundesweit und 10.000 in Leipzig haben gezeigt, dass die Beschäftigten für ihre Rechte und Ansprüche in die Offensive gehen. Es ist an der Zeit, die Forderungen der Beschäftigten ernst zu nehmen und für eine gerechte Rentenreform zu sorgen. Dazu gehört ein auskömmliches Rentenniveau abzusichern, das Renteneintrittsalter nicht zu erhöhen und die abschlagfreie Rente nach 45 Beitragsjahren beizubehalten“, erläuterte Kolbe.
Die Erhöhung des Renteneintrittsalters sei laut Kolbe nichts anderes als eine Rentenkürzung durch die Hintertür. „Schon heute schätzt nicht mal jeder zweite Beschäftigte in Sachsen ein, seinen Job bis zur Rente durchzuhalten. Im Gesundheitswesen sagen sogar 62 Prozent, dass sie ihren Job nicht bis zur Rente schaffen werden. In Verkehr und Logistik 57 Prozent und in Fertigungsberufen 55 Prozent. Für diese Beschäftigten müssen bessere Wege in die Rente gefunden werden. Ansonsten bedeuten die Vorschläge vor allem Eins: eine Rentenkürzung“, mahnte Kolbe.
Kolbe betonte, dass die Rentenpolitik auch eine Frage der Gerechtigkeit sei. „Die vorgeschlagene Abschaffung der abschlagfreien Rente nach 45 Beitragsjahren verletzt das Gerechtigkeitsempfinden der Menschen, die über viele Jahre gearbeitet und in das Solidarsystem eingezahlt haben. Damit wird Vertrauen verspielt“, so Kolbe.
Den Endbericht der DGB-Rentenkommission finden Sie unter dem folgenden Link:
https://www.dgb.de/rentenkommission/