Equal Pay Day-Bündnis setzt ein Zeichen für die gerechte Bezahlung von Frauen in Niedersachsen

Datum

Ordnungsnummer PM 009

Der 27. Februar ist der Equal Pay Day – der Aktionstag für gleiche Bezahlung von Männern und Frauen. Frauen verdienen in Niedersachsen durchschnittlich noch immer 16 Prozent weniger pro Stunde als Männer. Damit ist der sogenannte Gender Pay Gap im vergangenen Jahr hierzulande sogar wieder gestiegen – von 3,88 Euro auf 4,10 Euro Verdienstunterschied pro Stunde.

Auf diese Ungerechtigkeit machte das Equal Pay Day-Bündnis in Hannover für Niedersachsen am heutigen Equal Pay Day mit einer Aktion aufmerksam. Mit einem bunten Programm, bestehend aus kulturellen und politischen Beiträgen, wurde das Motto der diesjährigen bundesweiten Equal Pay Day-Kampagne „Equal Pay Every Day“ mit Leben gefüllt.

Hierzu erklärt Katharina Lorenz (SoVD Niedersachsen) für das Bündnis: „Equal Pay Every Day – damit zeigen wir auf, wie sich die geschlechtsspezifische Lohnlücke im Laufe des Lebens entwickelt und auswirkt. Auch in Niedersachsen unterscheidet sich die Lohnlücke in verschiedenen Altersgruppen stark und wird mit steigendem Alter der Beschäftigten immer größer – bis hin zu 27 Prozent Gender Pay Gap bei den 60–64-Jährigen!“

Julia Willie Hamburg, stellvertretende Ministerpräsidentin, stellte sich den Fragen des Bündnisses auf der Bühne in der Hannoverschen Innenstadt, auf der verschiedene Hürden auf dem Weg zur Entgeltgleichheit dargestellt wurden. Mit Blick auf diese Hindernisse erklärt sie:

„Gleiche Bezahlung ist keine Symbolfrage, sondern eine Frage struktureller Entscheidungen. Mit der Einführung von A 13 für Grund-, Haupt- und Realschullehrkräfte in Niedersachsen haben wir ein klares Signal gesetzt: Gleichwertige Arbeit muss gleich bewertet und bezahlt werden. Davon profitieren besonders viele Frauen, die gerade in diesen Lehrämtern überdurchschnittlich vertreten sind. 

Solche Schritte zeigen, dass politische Entscheidungen konkrete Auswirkungen auf die Einkommensrealität von Frauen haben. Doch damit geben wir uns nicht zufrieden. Denn es ist inakzeptabel, dass sich die Lohnschere zwischen Frauen und Männern noch immer nicht geschlossen hat. Wir müssen weiter daran arbeiten, Strukturen zu verändern, die Frauen systematisch ausbremsen – sei es durch ungleiche Karrierechancen, fehlende Transparenz oder tradierte Rollenbilder. Equal Pay muss Maßstab unseres täglichen politischen Handelns sein und nicht nur an einem Aktionstag wie diesem.“

Merle Mangels (DGB Niedersachsen) ergänzt: „Die Lohnlücke ist kein Naturgesetz. Sie ist das Ergebnis struktureller Ungleichheit: Die geringere Anerkennung von bezahlter und unbezahlter Sorgearbeit, die Teilzeitfalle und fehlende Betreuungsangebote für Kinder sowie schlichtweg Lohndiskriminierung sind maßgebliche Ursachen des Gender Pay Gap. Diese Ungerechtigkeiten müssen endlich beseitigt werden!“

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