„Gleichstellung in der sozial-ökologischen Transformation“ – Vorstellung der Publikation

Datum

Ordnungsnummer PM 052

In der sozial-ökologischen Transformation fehlt nach wie vor eine geschlechtsspezifische Perspektive auf Klimawandel, Dekarbonisierung, Arbeitswelt und Teilhabe. Frauen sind durch klimapolitische Maßnahmen stärker betroffen: Beispielsweise haben sie weniger Zugang zu klimafreundlichem Wohnen und Mobilität, die teuren Energiepreise setzen Ihnen stärker zu und sie sind häufiger von klimabedingten Gesundheitsfolgen belastet. Außerdem erleben Frauen, trotz eines steigenden Fachkräftebedarfs besonders in klimafreundlichen Berufen, nach wie vor weitreichende Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt, sie verdienen weniger und arbeiten häufiger unter schlechten Arbeitsbedingungen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Bezirk Niedersachsen – Bremen – Sachsen-Anhalt, die Kooperationsstellen Hochschulen und Gewerkschaften Niedersachsen – Bremen und Arbeit und Leben Niedersachsen und Sachsen-Anhalt haben nun die Publikation „Gleichstellung in der sozial-ökologischen Transformation“ vorgestellt, welche konkrete Handlungsansätze aufzeigt, um Gleichstellung und Klimaschutz in Niedersachsen gemeinsam zu denken und zu fördern. Den Fokus legen die drei Autorinnen Kristin Reimers, Merle Mangels und Dr. Petra F. Köster dabei auf gewerkschaftlich relevante Fragen wie nachhaltige Wertschöpfung und Beschäftigungssicherung, Guter Arbeit, Tarifbindung, Mitbestimmung, soziale Sicherung und verlässliche Daseinsvorsorge. 

Merle Mangels, beim DGB-Bezirk Niedersachsen – Bremen – Sachsen-Anhalt zuständig für Gleichstellungspolitik: „Das Land Niedersachsen muss seine Umwelt-, Energie- und Klimapolitik konsequent geschlechtersensibel gestalten. Denn nur, wenn diese mit dem Ziel der Geschlechtergerechtigkeit verbunden werden, verstärken sich bestehende Ungleichheiten nicht noch weiter.“

Zu den wichtigsten Forderungen gehören die Sicherstellung von Entgeltgleichheit, eine geschlechtergerechte Weiterbildung und Qualifikationsmöglichkeiten und eine geschlechtersensible Fachkräfteplanung in der Industrie. „Es muss das erklärte Ziel sein, Frauen, die bereits in der Industrie arbeiten, dort zu halten bzw. ihren Anteil an den Beschäftigten weiter auszubauen und gleichzeitig die Arbeit in Dienstleistungsberufen aufzuwerten, in denen nach wie vor überwiegend Frauen tätig sind. Gut bezahlte und abgesicherte Arbeit ist ein wichtiger Faktor für die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen“, so Mangels. 


Aber auch die Themen Wohnen und Mobilität werden oft noch nicht aus der Perspektive von Frauen gedacht und geplant. So bewegen sich Frauen durchschnittlich klimafreundlicher fort als Männer, indem sie häufiger mit dem ÖPNV, dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sind. Bus und Bahn sind aber – vor allem im ländlichen Gebiet – nicht so ausreichend ausgebaut, als dass sie den Anforderungen an eine Vereinbarkeit von Lohn- und Sorgearbeit genügen würden: „Wenn Frauen – besonders auf dem Land – vor und nach ihrer Arbeit die Kinder zur Kita bringen und von der Schule abholen müssen, diese dann zum Sportverein fahren und dann noch einkaufen müssen, ist das mit dem derzeitigen ÖPNV-Angebot häufig nicht gut zu bewältigen“, so Kristin Reimers, Niedersachsen Allianz für Nachhaltigkeit.

Vor allem Frauen sind von Wohnungsarmut betroffen. Dr. Petra Köster, Leitung Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften Hannover–Hildesheim, fordert: „Beim sozialen Wohnungsbau muss es klare Quotenregelungen für alleinerziehende Frauen, Rentnerinnen und von Gewalt betroffene Frauen geben.“

 

Zur Publikation:

Das Papier „Gleichstellung in der sozial-ökologischen Transformation“ ist in der Publikationsreihe „Gerechter Wandel für Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt“ erschienen. Die drei Autorinnen Kristin Reimers, Dr. Petra F. Köster und Merle Mangels fassen in ihrem Papier zentrale Befunde aus dem Vierten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung verständlich zusammen und entwickeln konkrete Handlungsansätze für Niedersachsen.

Die Publikation kann hier heruntergeladen werden.

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