Dazu Fabian Pfister, Ausbildungsexperte des DGB: „Wir befürworten die vorgeschlagenen Maßnahmen der Fraktion Die Linke. Wir sehen seit Jahren die Attraktivitätsunterschiede zwischen schulischen Ausbildungen, vor allem im Gesundheitsbereich, gegenüber der dualen Ausbildung im Handel, der Industrie und dem Handwerk. Daher ist für uns klar: Die Schulgeldfreiheit für alle Gesundheitsfachberufe und gute Ausbildungsvergütungen sind längst überfällig und im Zuge von Arbeits- und Fachkräfteengpässen notwendig.“
Die Rahmenbedingungen der verschiedenen Ausbildungsbereiche sind laut DGB sehr unterschiedlich. Sie werden teilweise durch Bundes- oder Landesrecht geregelt. Die duale Ausbildung im Rahmen des Berufsbildungsgesetzes und der Handwerksordnung schreiben beispielsweise bundesweit fest, dass Ausbildungsvergütungen gezahlt werden müssen. Die Zahlung von Schulgeld ist hingegen nicht vorgesehen. Eine Vereinheitlichung der Rahmenbedingungen ist daher, im Wettbewerb um ausbildungsinteressierte junge Menschen, notwendig.
Zum Ausbildungsunterstützungsfonds ergänzt Pfister weiter: „Eine solidarische Finanzierung der dualen Ausbildung durch einen Ausbildungsunterstützungsfonds ist aus Sicht der Gewerkschaften richtig. Die Erfahrungen aus der Bauwirtschaft zeigen seit 50 Jahren, wie eine solidarische Ausbildungsfinanzierung aussehen kann und das sie funktioniert.“
Der DGB fordert seit Jahren eine solidarische Ausbildungsfinanzierung, über die alle Betriebe an den Kosten der Ausbildung beteiligt werden. Sie entschädigt die wenigen ausbildenden Betriebe, die letztlich für die gesamte Wirtschaft den Fachkräftebedarf sichern. Zuletzt beklagten ausbildende Handwerksbetriebe auf den Ausbildungskosten sitzen zu bleiben, wenn junge Menschen nach Abschluss der Ausbildung den Betrieb wechseln.
Der MDR Sachsen-Anhalt berichtete hierzu: Azubi Ausbildung im Handwerk muss sich ein Betrieb leisten wollen | MDR.DE