Gute Arbeit zum Normalfall machen

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Ordnungsnummer PM 15

Dachzeile Tag der Arbeit in Sachsen-Anhalt

Die Landesleiterin des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Sachsen-Anhalt, Susanne Wiedemeyer, hob in Magdeburg das erfolgreiche Wirken der Gewerkschaften in der Energiekrise hervor und verwies auf die Forderungen nach einem Preisdeckel für die Energiekosten, einen steuerfreien Inflationsausgleich, die Erhöhung des Mindestlohns und des Wohn- und Kindergeldes – Maßnahmen, die allesamt von der Bundesregierung umgesetzt wurden.

Aufgrund der hohen Energie- und Lebensmittelpreise betonte sie in ihrer Rede die Notwendigkeit von Tarifabschlüssen mit deutlichen Lohnerhöhungen. „Starke Löhne sind ein wirkungsvolles Mittel gegen die Inflation. Wer von uns Ruhe und Lohnzurückhaltung erwartet, ist schiefgewickelt! Die Löhne sind nicht die Ursache für die gestiegenen Preise. Die Lohn-Preis-Spirale ist ein Märchen ohne Substanz“, so Wiedemeyer.

Angesichts des Fachkräftebedarfs appellierte die Gewerkschafterin an die Arbeitgeber, sich für Gute Arbeit mit Tarifverträgen stark zu machen. Wiedemeyer: „Die Unternehmen müssen endlich wieder ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden. Wir müssen Armutslöhnen ein Ende setzen und Gute Arbeit zum Normalfall machen. Es muss endlich Schluss sein mit dieser ‚Geiz-ist-Geil-Haltung‘ vieler Unternehmer. Es braucht einen Aufbruch für mehr Tarifbindung im Land.“

Um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und damit Betriebsstandorte zu erhalten, müsse der Staat nach den erfolgreichen Energiepreisbremsen nun langfristig für bezahlbaren Strom und einen zukunftsfesten Energiemarkt sorgen. „Die Wirtschaft braucht Entlastung bei den Energiepreisen. Wir machen uns deswegen für einen bezahlbaren Strompreis stark, der unsere Industrie wettbewerbsfähig hält und den Betrieben den Weg in die Transformation ebnet. Der gesamte Energiemarkt darf nicht länger von Spekulation getrieben werden, sondern muss tatsächliche Bedarfe und existentielle Notwendigkeiten abdecken.“

Auch auf die Ansiedlung des US-amerikanischen Chipherstellers Intel ging die DGB-Chefin in ihrer Rede ein: „Intel ist eine große Herausforderung und eine noch größere Chance für das Land und die Region. Wenn die Ansiedlung von Intel vor den Toren Magdeburgs ein Erfolg werden soll, dann müssen sowohl das Unternehmen als auch Land und Kommunen ihre Hausaufgaben machen und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Produktionsweise schaffen.“ Es brauche einen massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien, um die Stromversorgung für Intel und die gesamte energieintensive Industrie zu sichern.

Um den Fachkräftebedarf in vielen Branchen zu decken, brauche es laut Wiedemeyer neben einer weiteren Zuwanderung auch verstärkte Anstrengungen, um hier lebende Menschen in Arbeit zu bringen: „Es darf nicht sein, dass so viele junge Menschen ohne Schulabschluss und ohne abgeschlossene Berufsausbildung bleiben. Wir können es uns nicht erlauben, Jugendliche zu verlieren. Menschen in Arbeitslosigkeit brauchen echte Perspektiven.“ Gleichzeitig sieht sie auch die Arbeitgeber in der Pflicht, für gute Löhne und gute Arbeitsbedingungen, um Fachkräfte zu gewinnen und zu binden.

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