DGB-Landesleiterin Susanne Wiedemeyer: „Die Lohnlücke zwischen Ost und West zu schließen, bleibt ein offenes Versprechen der Deutschen Einheit. Jetzt ist die Politik gefragt: Mit einem Bundestariftreuegesetz kann die Bundesregierung endlich zeigen, dass sie es ernst meint mit fairen Löhnen.“
Der Unterschied macht sich besonders deutlich bei der Tarifbindung: Während im Westen noch 50 Prozent der Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben arbeiten, sind es in Ostdeutschland nur 42 Prozent. In Sachsen-Anhalt sieht es mit nur noch 43 Prozent nicht wesentlich besser aus. Die geringere Tarifbindung wirkt sich auch auf mögliche Sonderzahlungen, wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, aus, die meist tariflich vereinbart sind und somit den ostdeutschen Beschäftigten seltener oder im geringeren Umfang ausgezahlt werden.“
Ein Tarifvertrag bringt spürbare Vorteile: In Sachsen-Anhalt verdienen Beschäftigte mit Tarifvertrag im Schnitt 718 Euro mehr im Monat als ohne Tarifvertrag.
„Öffentliche Aufträge dürfen künftig nur noch an Unternehmen vergeben werden, die Tariflöhne zahlen. Um das durchzusetzen, brauchen wir starke Tariftreuegesetze des Bundes und hier im Land. Sie sind entscheidende Hebel, um Lohndumping zu stoppen, die Tarifbindung zu stärken und die Lohnlücke endlich zu schließen“, so Wiedemeyer.