Regina Stipani, Referentin für Frauen- und Gleichstellungspolitik beim Deutschen Gewerkschaftsbund in Sachsen-Anhalt: „Unser Ziel ist die vollständige Entgeltgleichheit. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – dieser Grundsatz muss auch in Sachsen-Anhalt gelten. Ein Weg dahin ist die Steigerung der Tarifbindung, denn Frauen verdienen in Unternehmen mit Tarifvertrag deutlich mehr als Frauen in Unternehmen ohne Tarifvertrag.“
Ein weiteres Argument sind die kürzeren Arbeitszeiten in tarifgebundenen Unternehmen. „Um die Entgeltlücke zu verringern, müssen wir Bedingungen schaffen, die Frauen eine gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsmarkt ermöglichen. Unser Ziel ist die gerechte Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen Männern und Frauen. Unter diesen Bedingungen schaffen es dann auch mehr Frauen in Leitungs- und Führungspositionen, was die Entgeltlücke ebenfalls verringern würde“, so Stipani weiter.
Der DGB weist daraufhin, dass der Lohnabstand in einzelnen Branchen aber deutlich höher ausfallen könnte. Laut Statistischem Landesamt verdienen Frauen im Gesundheits- und Sozialwesen pro Stunde rund ein Fünftel weniger als Männer – und das trotz Fachkräftemangel. Darüber hinaus liegt eine Ursache für die geringe Entgeltdifferenz in Sachsen-Anhalt auch an den unterdurchschnittlichen Löhnen der Männer. Im Schnitt verdienen Männer fünf Euro pro Stunde weniger als im bundesweiten Durchschnitt.