Presseinformation zur Großdemonstration am 17.02.2024 in Magdeburg

Datum

Ordnungsnummer PM 07

Susanne Wiedemeyer, DGB-Landesleiterin, erklärt: „In den letzten Wochen wurde erschreckend deutlich, dass die extreme Rechte klare Pläne zur Vertreibung und Deportation ganzer Bevölkerungsgruppen hat. Dagegen sind inzwischen Millionen Menschen bundesweit und auch in ganz Sachsen-Anhalt auf die Straßen gegangen. Wir kennen unsere Geschichte und widersetzen uns den Rechtsextremen mit ihrer vergifteten Politik der einfachen, aber menschenfeindlichen Lösungen! Jetzt gilt es allerdings zu zeigen, dass wir unsere Demokratie mit Ausdauer verteidigen. Deshalb rufen wir gemeinsam in einem breiten Bündnis sachsen-anhaltischer Organisationen zur landesweiten Großdemonstration am 17. Februar 2024 in Magdeburg auf. Wir haben einen langen Atem. Wir widersetzen uns dem Rechtsruck. Solidarisch. Vielfältig. Demokratisch.“

Peter Herrfurth, Landesjugendpfarrer der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland ergänzt: “Wer den extremen Rechten wirklich zuhört, weiß genau, was sie vorhaben. Sie werden die Freiheit der Meinung und der Presse abschaffen; Menschen abschieben, deren Religion, Herkunft, Kultur oder Lebensweise ihnen nicht passt. Darum müssen wir demonstrieren. Aber vor allem müssen wir all jene erreichen, die Frust haben und enttäuscht sind. Und wir müssen mit den Gleichgültigen reden. Denn es geht um unser Land und um unsere Zukunft. Ich bin sehr froh, dass wir hier in einer großen gesellschaftlichen und politischen Bandbreite - quer durch alle Generationen - zusammenstehen, um uns dem Rechtsruck zu widersetzen.“

Mamad Mohamad vom Netzwerk der Migrantenorganisationen in Sachsen-Anhalt (LAMSA) verweist auf die konkreten Folgen der bekanntgewordenen rechtsextremen Pläne: "Wenn Teilnehmer*innen des Potsdamer Geheimtreffens in Machtpositionen kommen und ihren Remigrationsplan in die Tat umsetzen, müssen fast fünfundzwanzig Prozent der in Deutschland lebenden Menschen mit Deportation oder rassistischen Anfeindungen und Angriffen rechnen. Diese Sprache schafft Feindbilder, und wir erleben gerade, dass diskriminierende Vorurteile und Abwertung von Menschengruppen allgegenwärtig sind. Wir können ihnen nur begegnen, wenn wir uns dessen bewusst sind."

Steffi Schünemann, Sozialvorständin des AWO Landesverbandes Sachsen-Anhalt e. V. betont:
„Rechtsextreme Ideologien stehen in einem unüberwindbaren Widerspruch zu den Wertorientierungen der Freien Wohlfahrtspflege und zu unserem praktischen Einsatz für alle Menschen im Land. Unsere Geschichte hat leidvoll gezeigt, dass die Demokratie zerstört werden kann, wenn rassistische und menschenverachtende Grundhaltungen in der Gesellschaft nicht rechtzeitig auf energischen Widerstand stoßen. Millionen Menschen leisten in den letzten Wochen bundesweit auf den Straßen Widerstand gegen die Gefahren, die von Hass und Hetze der Rechtsextremen ausgehen. Wir stehen zusammen für Vielfalt und Toleranz. Es gilt jetzt, jeden Tag aufs Neue Haltung zu zeigen im Alltag, in den Vereinen und auf den Straßen. Zudem gilt es, den Ideologien der Ungleichwertigkeit von Menschen entschlossen eine starke Solidargemeinschaft entgegenzusetzen. Ein Sozialstaat, der soziale Ungleichheit und Armut entschieden bekämpft, fördert den Zusammenhalt und schützt damit die Demokratie.“

Inzwischen stehen 80 Organisationen und 49 Einzelpersonenhinter dem Aufruf. Es hat sich ein breites Bündnis gebildet aus Gewerkschaften, KirchenWohlfahrtsverbände, Migrant*innenselbstorganisationen, Bildungseinrichtungen, Parteien und Landtagsabgeordneten und einem breiten Spektrum weiterer Vereine.

Da täglich weitere Unterstützungsunterschriften eingehen, verweisen wir für aktuelle Informationen auf die Internetseite www.sachsen-anhalt.dgb.de .

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