Wirtschaftsminister Sven Schulze soll noch in diesem Monat auf Reiner Haseloff folgen, der zuvor seinen Rücktritt als Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt angeboten hatte.
DGB-Landesleiterin Katrin Skirlo: „Sollte er gewählt werden, übernimmt Sven Schulze die Amtsgeschäfte in einer schweren Zeit voller Krisen, Unsicherheiten und Abstiegssorgen. Er muss schnell seine Tauglichkeit als Ministerpräsident nachweisen. Sichere Arbeitsplätze, mehr Tariftreue, soziale Sicherung und ein handlungsfähiger, moderner Staat – das sind die Herausforderungen, an denen sich ein Ministerpräsident Schulze sowie die gesamte Landesregierung messen lassen müssen.“
Kritisch sieht Skirlo, dass Finanzminister Richter das freiwerdende Wirtschaftsressort zusätzlich übernehmen soll: „Angesichts der Situation in der Chemieindustrie und bei den Automobilzulieferern ist ein Teilzeitjob im Wirtschaftsministerium zu wenig und ein fatales Signal an Wirtschaft und Beschäftigte, die Perspektiven, Stabilität und Verlässlichkeit erwarten.“
Den Ministerpräsidenten Reiner Haseloff behalten die Gewerkschaften in Sachsen-Anhalt als zuverlässigen Ansprechpartner und Vermittler in Erinnerung, auch wenn Haseloff über seine Amtszeit hinweg Enthusiasmus für die gewerkschaftliche Sache hat vermissen lassen. Skirlo: „Der Einsatz für Gute Arbeit, Tariflöhne und eine betriebliche Mitbestimmung standen nur bedingt im Fokus seiner Arbeit.“
„Reiner Haseloff hat dieses Land in Zeiten politischer Polarisierung und gesellschaftlicher Unsicherheit geführt. Für seine klare Haltung und besonnene Amtsführung gebührt ihm Respekt. Der Kampf gegen die Spaltung unserer Gesellschaft und seine erfolgreiche Positionierung im Wahlkampf 2021 als Kontrapunkt zu einer erstarkenden AfD werden Teil seines Vermächtnisses sein. Ich wünsche Reiner Haseloff alles Gute und beste Gesundheit“, so die DGB-Chefin.