Für den Deutschen Gewerkschaftsbund betonte Landesbüroleiterin Susanne Wiedemeyer die Bedeutung eines weltanschaulich breit aufgestellten Bündnisses für Demokratie und Vielfalt: „Hier haben Organisationen zusammengefunden, die sonst wenig bis gar nichts miteinander zu tun haben und im Detail womöglich ganz gegensätzliche Ansichten und Interessen vertreten. Und das ist wichtig für unsere Demokratie.“ Wiedemeyer erklärte weiter: „Menschenverachtende Phantasien von Vertreibung und Deportation lösen keine Probleme.“
Auffallend war die große Zahl gewerkschaftlicher Demonstrationsteilnehmer. DGB-Landesleiterin Wiedemeyer verwies auf Handlungsbedarf zur Stärkung der Demokratie im Arbeitsleben: „Noch immer bekommen viel zu wenige Menschen die Möglichkeit der Mitbestimmung am Arbeitsplatz. Betriebs- und Personalräte sind wichtig für ein praktisches Erleben von Demokratie, von Mitgestaltung an dem Ort, wo wir einen so großen Teil unseres täglichen Lebens verbringen. Gute, sichere Arbeitsplätze und deren Mitgestaltung – das ist grundlegend für die Stabilität unserer Demokratie. Die eigenen Lebensbedingungen mitgestalten zu können – dafür setzen wir Gewerkschaften uns ein! Und das tun wir mit Erfolg, wie die Arbeitskämpfe der vergangenen Monate zeigen!“
Ministerpräsident Reiner Haseloff unterstützte das Anliegen mit einem Redebeitrag auf der Abschlusskundgebung. Haseloff erklärte: „Gegen die Feinde der Demokratie muss man mit Überzeugungskraft und mit einer Politik vorgehen, die die Interessen der Menschen aus einer starken Mitte heraus aufnimmt. Das ist auf Dauer das einzige wirksame Mittel gegen die Verfassungsfeinde und jede Form des politischen Extremismus“. Haseloff ergänzte, der beste Weg, die Grundrechte zu schützen, sei es, sie selbstbewusst in Anspruch zu nehmen. Genau das werde heute glasklar zum Ausdruck gebracht.