Transformation der Industrie stärken – Beschäftigung im Revier sichern!

4. Mitteldeutsche RevierWENDEkonferenz

Datum

Ordnungsnummer PM 05

Auf der Konferenz machen Betriebsrät*innen deutlich, dass eine konsequente und verlässliche Gestaltung der Industriepolitik für den Wirtschaftsstandort Deutschland und vor allem das Mitteldeutsche Revier unerlässlich ist. Dies müsse gemeinsam mit Beschäftigten und Menschen im Revier erfolgen.

Vor dem Hintergrund der bundesweiten Industriepolitischen Aktionstage von IG Metall und DGB-Gewerkschaften sowie der Diskussion um Sondervermögen, Schuldenbremse und Koalitionsverhandlungen stellen Gewerkschaften und regionale Betriebsrät*innen ihre zentralen Forderungen für das Mitteldeutsche Revier vor.

Neben der betrieblichen wird auch die politische und wirtschaftliche Sicht auf die Transformation diskutiert. Als Inputgeber begrüßen wir dazu Prof. Klaus Dörre (Universität Jena) sowie Prof. Andreas Berkner.

Darüber hinaus wird anhand von Strukturwandel-Projekten aus der Region, unter anderem zu den Themen „Frauen in der Transformation“, „Fachkräftesicherung“ und „Pflege“, aufgezeigt, wie groß die sozial-ökonomische Dynamik in der Region bereits ist.

Susanne Wiedemeyer, Landesleiterin des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Sachsen-Anhalt, unterstreicht: „Die Einbeziehung der Beschäftigten bleibt die große Herausforderung bei der Gestaltung des Strukturwandels. Die Kolleginnen und Kollegen pochen zurecht darauf, dass bestehende gute Arbeitsplätze langfristig in der Region gesichert werden. Es braucht weiterhin Tempo bei der Umsetzung von Projekten in der Industrie und für die Infrastruktur im Mitteldeutschen Revier. Die Anziehungskraft des Reviers lässt sich nur steigern, wenn es in Industrie und Dienstleistungen für Frauen und Männer gute und Arbeit mit Tarifvertrag und Betriebsrat gibt und junge Menschen attraktive Ausbildungsplätze finden.“

Daniel Knorr, Gewerkschaftssekretär DGB-Region Leipzig-Nordsachsen: „Der Industriestandort Mitteldeutschland steht vor enormen Herausforderungen. Die Zukunft der Beschäftigung in der Region muss gesichert werden. Ohne verlässliche politische Rahmenbedingungen steht das Energie- und Chemiecluster Mitteldeutschland vor massiven Einschnitten. Tausende tarifgebundene und mitbestimmte Arbeitsplätze sind in Gefahr. Als Gewerkschaften und Beschäftigte fordern wir die neue Bundesregierung auf, mit gezielten Investitionen in Infrastruktur, Stärkung der Forschungs- & Entwicklung insbesondere in Ostdeutschland, der Einführung eines Industriestrompreises sowie einer Kraftwerksstrategie, welche die bisherigen Kohlekraftwerke nicht benachteiligt, die nötigen stabilisierenden Signale zu setzen.“

Als Gesprächspartner*innen begrüßen die Konferenzteilnehmenden u. a. 

  • Barbara Meyer, Staatssekretärin für Infrastruktur und Landesentwicklung Sachsen
  • Dr. Jürgen Ude, Staatssekretär für Strukturwandel und Großansiedlungen Sachsen-Anhalt
  • Henry Graichen, Landrat des Landkreises Leipzig
  • Stephanie Albrecht-Suliak, Landesbezirksleiterin IGBCE Nordost
  • Dirk Schulze, Bezirksleiter IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen
  • Ines Kuche, Gewerkschaftssekretärin ver.di Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
  • Susanne Wiedemeyer, stellvertretende Vorsitzende DGB Niedersachsen-Bremen-Sachsen-Anhalt
  • Jörn-Heinrich Tobaben, Geschäftsführer Europäische Metropolregion Mitteldeutschland
  • Professor Dr. Klaus Dörre, Friedrich-Schiller-Universität Universität Jena
  • Professor Dr. Andreas Berkner, Leiter des regionalen Planungsverbandes Leipzig-Westsachsen

Hintergrund: Die Konferenz wurde mit Gewerkschaften und Betriebsrät*innen vorbereitet und wird vom Projekt REVIERWENDE ausgerichtet. Das Projekt REVIERWENDE wurde auf Initiative des DGB im Herbst 2021 gestartet. Die Revierwendebüros unterstützen Beschäftigte, Gewerkschaften und lokale Akteure dabei, die Transformation der Kohlereviere sozial und ökologisch mitzugestalten. Für das Mitteldeutsche Revier wurden Büros in Pegau und Halle eingerichtet. Sie kooperieren eng mit den DGB Regionen Leipzig-Nordsachsen und Halle-Dessau.

Weitere Informationen: Peter Neßmann, 01578 5322036, https://revierwende.de/

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