Eine neue Studie zeigt alarmierende Zahlen: In Bremen fehlen rund 13.000 Sozialwohnungen. Der DGB Bremen-Elbe-Weser und die IG BAU Weser-Ems sehen darin nicht nur ein wohnungspolitisches, sondern auch ein arbeitsmarkt- und gesellschaftspolitisches Problem. Sie fordern einen entschlossenen Kurswechsel beim sozialen und gemeinwohlorientierten Wohnungsbau.
„Die Wohnungsfrage begleitet Beschäftigte über ihr gesamtes Erwerbsleben – vom Start in die Ausbildung bis ins Rentenalter“, erklärt Christian Wechselbaum, DGB-Regionsgeschäftsführer Bremen-Elbe-Weser. „Dass 2025 in Bremen das erste Azubi-Wohnheim eröffnet wurde, war ein wichtiger Schritt. Aber er darf nur der Anfang sein. Bezahlbares Wohnen ist eine Grundvoraussetzung für gute Arbeit, Fachkräftesicherung und sozialen Zusammenhalt.“
Aus Sicht der Gewerkschaften reicht es nicht, den Rückgang des Sozialwohnungsbestands lediglich zu bremsen. Notwendig sei ein deutlicher Netto-Zuwachs mit klarer sozialer und demografischer Perspektive. Neben Wohnraum für Auszubildende und Studierende müsse Bremen sich frühzeitig auf den steigenden Bedarf an barrierefreiem und seniorengerechtem Wohnen einstellen – insbesondere für Menschen mit kleinen und mittleren Renten.
Ein zentraler Hebel ist ein sozial und ökologisch ausgerichteter Wohnungsbau. Neben seriellem und modularem Bauen müsse stärker in die Höhe gebaut werden, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, ohne weitere Flächen zu versiegeln.
„Mehrgeschossiger Wohnungsbau ist technisch machbar und bietet große Chancen – gerade im sozialen Wohnungsbau“, betont Boris Krahn, Regionalleiter der IG BAU Weser-Ems. „Entscheidend ist: Bezahlbarer Wohnraum darf nicht auf Kosten der Beschäftigten entstehen. Tarifbindung, Arbeitsschutz und Qualität müssen selbstverständlich sein.“
Ein weiterer wichtiger Baustein ist die stärkere Förderung des genossenschaftlichen Wohnens. Genossenschaften sichern dauerhaft bezahlbare Mieten, stärken Mitbestimmung und sorgen für stabile, generationengerechte Quartiere – für Azubis ebenso wie für Senior*innen.
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Oder
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